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Schaumstoff Meterware

Polsterschaumstoff als Meterware – der Kern, der die Form macht und das Gewicht trägt. Bezugsstoff bestimmt, wie ein Möbel aussieht; der Schaumstoff darunter bestimmt, ob man nach fünf Jahren noch gern darauf sitzt.

Raumgewicht oder Härte – was bedeutet welche Zahl?

Das ist die meistverwechselte Angabe im ganzen Polsterhandwerk, und sie beschreibt zwei völlig verschiedene Dinge:

  • Raumgewicht (RG), angegeben in kg/m³, sagt, wie viel Material im Schaum steckt. Es ist das Mass für die Haltbarkeit. Ein T30 wiegt 30 kg je Kubikmeter.
  • Stauchhärte sagt, wie viel Kraft nötig ist, um den Schaum zusammenzudrücken. Das ist das Mass für den Sitzkomfort – weich oder fest.

Beides ist unabhängig voneinander: es gibt weichen Schaum mit hohem Raumgewicht und knallharten mit niedrigem. Wer ein Sitzkissen kauft, achtet zuerst auf das Raumgewicht. Ein billiger Schaum mit RG 20 fühlt sich im Laden angenehm an und ist nach zwei Jahren durchgesessen – er hat schlicht zu wenig Substanz, um sich immer wieder aufzurichten. Die Härte dagegen ist Geschmackssache und lässt sich nicht falsch machen.

Welches Raumgewicht wofür?

RaumgewichtEinsatzErwartung
RG 18 bis 20Rückenlehnen, Kopfteile, Deko-Kissenträgt kein Körpergewicht, hält dort trotzdem jahrelang
RG 25gelegentlich genutzte Sitzflächen, Gästezimmer, Sitzbänkebrauchbar, wenn nicht täglich darauf gesessen wird
RG 30Sofa und Sessel im täglichen Gebrauchder Standard für Wohnmöbel, hält viele Jahre
RG 35 und mehrObjektbereich, schwere Nutzer, DauerbelastungGastronomie, Wartebereiche, Boote

Faustregel für die Enttäuschung, die alle kennen: ein durchgesessenes Sofakissen ist fast nie zu weich gewesen, sondern hatte zu wenig Raumgewicht. Wenn Sie ein altes Kissen ersetzen und wissen wollen, warum es nachgegeben hat – drücken Sie es zusammen und lassen los. Kommt es langsam und unvollständig zurück, war das Raumgewicht zu niedrig.

Welche Stärke brauchen Sie?

  • 2 bis 3 cm – Polsterung auf harter Platte, Stuhlsitze, Kopfteile. Hier geht es nur darum, dass das Holz nicht durchdrückt.
  • 4 bis 6 cm – Stuhl- und Bankauflagen, Fensterbänke, Sitzkissen zum Auflegen.
  • 8 bis 12 cm – vollwertige Sitzkissen für Sofa und Sessel. Unter 8 cm spürt man den Unterbau, egal wie gut der Schaum ist.
  • 15 cm und mehr – Matratzenartige Aufbauten, Palettenkissen, Liegen.

Schaumstoff schneiden

Am saubersten mit einem elektrischen Messer – dem gleichen, mit dem man Brot schneidet. Die Sägebewegung trennt den Schaum, statt ihn zu quetschen, und die Kante wird gerade. Alternativen sind ein langes Brotmesser mit Wellenschliff oder ein sehr scharfes Cuttermesser in mehreren flachen Zügen.

Was nicht funktioniert: eine Schere oder ein glattes Messer. Beide drücken den Schaum vor sich her, und der Schnitt wird schief und ausgefranst. Zeichnen Sie die Linie mit Kugelschreiber an und schneiden Sie senkrecht, denn schon eine leichte Schräge summiert sich über 10 cm Stärke zu einem sichtbaren Versatz.

Rechnen Sie den Zuschnitt 0,5 bis 1 cm grösser als den Bezug. Der Schaum wird beim Beziehen leicht komprimiert, und ein exakt passend geschnittener Kern ergibt ein Kissen, das schlaff in seiner Hülle sitzt.

Der Aufbau ringsum

Ein Schaumkern allein ergibt noch kein Polster. Darüber gehört Polsterwatte, damit die harten Schaumkanten nicht durch den Bezug zeichnen, darunter je nach Konstruktion Filz als Trennlage zur Federung. Den passenden Bezugsstoff finden Sie unter Polsterstoffe.

Ein letzter Hinweis zur Lagerung: Schaumstoff sollte flach und ungepresst liegen. Wochenlang zusammengerollt oder unter Gewicht gelagert, nimmt er die Verformung an, und diese Falte geht nicht mehr vollständig heraus.

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