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Polsterzubehör

Polsterzubehör – das, was am Ende immer fehlt. Ein Neubezug scheitert selten am Stoff und oft am Kleber, am Garn oder an einem Gurt, den man nicht mitbestellt hat.

Polstergurte – die unterste Lage

Gurte spannen sich über den Rahmen und tragen das gesamte Gewicht, bevor Federung, Schaumstoff und Bezug überhaupt ins Spiel kommen. Es gibt sie in zwei Ausführungen, und die Verwechslung ist ein häufiger Fehler:

  • Nicht dehnbare Gurte aus Jute oder Polypropylen bilden eine feste Unterlage. Sie kommen unter Federkerne oder überall dort zum Einsatz, wo die Federung selbst das Nachgeben übernimmt.
  • Elastische Gurte mit Gummianteil federn selbst. Sie ersetzen die Federung in einfacheren Konstruktionen – typisch bei Stühlen und schlanken Sesseln ohne Federkern.

Wer einen elastischen Gurt gegen einen festen tauscht, bekommt ein Möbel, das sich hart anfühlt, obwohl Schaum und Bezug neu sind – und umgekehrt ein durchhängendes. Die Verlegerichtung ist ebenfalls kein Detail: Gurte werden gekreuzt verlegt, meist drei bis vier je Richtung, und beim Spannen so weit vorgezogen, dass sie unter Last eben bleiben statt eine Mulde zu bilden.

Kleber – das häufigste Fehlerteil

Beim Polstern wird an drei Stellen geklebt: Schaumstoff auf Trägerplatte, Schaumstoff auf Schaumstoff und Stoff auf Untergrund. Für alle drei gilt dasselbe: Sprüh- oder Kontaktkleber, beidseitig dünn aufgetragen, ablüften lassen, dann fügen. Zu viel Kleber schlägt durch und hinterlässt harte Stellen, die man später durch den Bezug fühlt.

Zwei Sonderfälle, bei denen gewöhnlicher Kleber versagt:

  • Fahrzeughimmel. Dort werden im Sommer weit über 60 Grad erreicht, und Universalkleber gibt genau dann nach. Nötig ist ausdrücklich hitzebeständiger Sprühkleber – mehr dazu unter Dachhimmelstoff.
  • Aussenbereich. Feuchtigkeit und UV-Strahlung bauen normale Klebstoffe ab. Für Gartenmöbel arbeitet man besser mechanisch – klammern, tackern, nähen – als mit Klebstoff allein.

Nähgarn: der Grund, warum Aussenpolster zuerst an der Naht aufgeben

Bei Möbeln im Freien reisst fast nie der Stoff – es reisst die Naht. Gewöhnliches Polyestergarn ist nicht UV-stabilisiert und zerfällt unter Sonneneinstrahlung schneller als das beschichtete Gewebe, das es zusammenhält. Für alles, was draussen bleibt, gehört UV-beständiges Garn in die Maschine, sonst gibt der selbst genähte Sonnenschirm nach zwei Sommern auf, während die Bahn noch tadellos ist. Passende Stoffe dafür: Markisenstoff und Outdoorstoff.

Was Sie ausserdem bereitlegen sollten

  • Handtacker oder Druckluftklammergerät mit passenden Klammern – der Bezug wird geheftet, nicht geklebt.
  • Zange und Nagelheber zum Entfernen der alten Klammern. Das ist die längste und undankbarste Arbeit am ganzen Projekt, und ohne Werkzeug dauert sie doppelt.
  • Elektrisches Messer für den Schaumzuschnitt – siehe Schaumstoff Meterware.
  • Kamera. Fotografieren Sie jedes Teil vor dem Abnehmen und beschriften Sie die alten Zuschnitte. Sie sind das beste Schnittmuster, das Sie bekommen können, und beim Zusammenbau weiss man sonst nach zwei Tagen nicht mehr, welches Stück wohin gehörte.

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