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Polsterwatte

Polsterwatte und Polstervlies als Meterware, beide 160 cm breit. Das sind die Lagen, die niemand sieht und ohne die ein Polster trotzdem nicht funktioniert: die eine macht die weiche Form, die andere trennt und schützt.

Polsterwatte oder Polstervlies – was brauchen Sie?

Die beiden werden ständig verwechselt, dabei haben sie entgegengesetzte Aufgaben:

  • Polsterwatte (auch Volumenvlies) ist dick und locker – bei uns 1 cm stark bei 100 g/m². Sie kommt als letzte Schicht über den Schaumstoff, direkt unter den Bezug. Ihre Aufgabe ist die Optik: sie bricht die harten Kanten des Schaumblocks und gibt dem fertigen Polster die weiche, leicht gewölbte Form. Ohne sie zeichnet sich jede Schaumkante durch den Bezug ab.
  • Polstervlies ist dünn und fest – 40 bis 120 g/m². Es ist kein Polstermaterial, sondern eine Trennlage: es liegt zwischen Federung und Schaumstoff oder als Abschluss unter dem Möbel, damit sich die Lagen nicht gegeneinander reiben und der Schaum nicht am Gestell scheuert.

Kurz: Watte formt, Vlies trennt. Wer beim Neubeziehen an der Watte spart, sieht das Ergebnis sofort – das Polster wirkt kantig und billig, obwohl der Bezugsstoff gut ist.

Welche Grammatur beim Polstervlies?

GrammaturWofür
40 g/m²leichte Trennlage, Abschluss unter Sitzflächen, Staubschutz auf der Unterseite
60 g/m²Allrounder – Trennlage zwischen Federung und Schaumstoff, der meistgenutzte Wert
80 g/m²belastete Stellen, wo die Federung direkt gegenarbeitet
120 g/m²schwere Ausführung für Objektmöbel und Dauerbelastung

Die Farbe spielt keine Rolle – die Lage ist im fertigen Möbel verdeckt. Gewählt wird nach Grammatur, nicht nach Optik.

In welcher Reihenfolge werden die Lagen verbaut?

Von innen nach aussen, und jede Lage hat einen Grund:

  • Gurte und Federung – tragen das Gewicht
  • Filz – schützt die Polsterung vor den Federn, die sich sonst von unten durchreiben
  • Schaumstoff – macht die Form und trägt
  • Polstervlies – trennt die Lagen, verhindert Reibung
  • Polsterwatte – rundet ab, nimmt dem Schaum die Kanten
  • Bezugsstoff – die Sichtseite

Wer eine Lage weglässt, spart meist an der Watte – und genau die entscheidet darüber, ob das Ergebnis nach Handwerk oder nach Notlösung aussieht.

Sind die Materialien für Allergiker geeignet?

Die Polsterwatte wird regelmässig auf chemische Rückstände geprüft und ist für Allergiker und empfindliche Haut unbedenklich – sie reizt nicht und gibt nichts ab. Zusätzlich hat sie eine Prüfung auf Entflammbarkeit bestanden, was sie auch für den Objektbereich und öffentlich zugängliche Räume brauchbar macht, wo Bezüge und Polster entsprechende Nachweise brauchen.

Wie viel brauchen Sie?

Bei 160 cm Bahnbreite rechnen Sie etwa so viel Watte wie Bezugsstoff, denn sie wird über dieselben Flächen gelegt: Stuhl 1 bis 1,5 m, Sessel 3 bis 4 m, Zweisitzer 6 bis 8 m. Beim Vlies genügt in der Regel weniger, weil es nur dort liegt, wo Lagen aufeinandertreffen – meist die Hälfte.

Beide Materialien werden nicht gespannt, sondern lose aufgelegt und nur an den Rändern geheftet. Unter Zug verliert die Watte genau das Volumen, wegen dem sie eingebaut wird, und drückt sich an den Kanten flach.

Technische Daten

PolsterwattePolstervlies
MaterialPolyester100 % Polypropylen
Stärke1 cmdünn, je nach Grammatur
Grammatur100 g/m²40, 60, 80, 120 g/m²
Bahnbreite160 cm (±2 %)160 cm (±2 %)
BesonderheitEntflammbarkeitsprüfung, für Allergikerreissfest, fusselt nicht
Verkaufseinheitlaufender Meterlaufender Meter

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