Skip to content

Kunstleder Meterware

Kunstleder als Meterware – bei uns durchweg aus 100 % Polyurethan, nicht aus PVC. Zwei Ausführungen: eine weiche, glatte Qualität in 143 cm Breite mit 20 Farben und eine schwere, genarbte mit 490 g/m². Beide halten 100.000 Scheuertouren aus, also Objektniveau.

Welches Kunstleder ist am besten? PU oder PVC

Das ist die einzige Frage, die vor dem Kauf wirklich zählt, und die Antwort steht selten dabei. Kunstleder wird aus zwei Kunststoffen gemacht, und sie altern völlig unterschiedlich:

  • PVC ist von Haus aus hart und braucht Weichmacher, damit es sich wie Leder anfühlt. Diese Weichmacher wandern über die Jahre aus dem Material heraus. Was zurückbleibt, wird spröde: die Oberfläche verhärtet, bekommt Risse und blättert schliesslich ab. Das ist der abgeschabte Küchenstuhl, den jeder kennt.
  • Polyurethan (PU) ist von sich aus weich und kommt ohne Weichmacher aus. Es kann also nichts auswandern, und damit entfällt die häufigste Ausfallursache. PU fühlt sich zudem wärmer und lederähnlicher an und ist atmungsaktiver – auf einem PVC-Stuhl klebt man im Sommer, auf PU deutlich weniger.

Achten Sie beim Vergleich auf die Materialangabe. Steht dort nur Kunstleder ohne weitere Angabe, ist es in aller Regel PVC – denn wer PU verarbeitet, schreibt es dazu.

Was sind die Nachteile von Kunstleder?

Auch PU hat eine Schwäche, und es wäre unredlich, sie zu verschweigen:

  • Hydrolyse. PU reagiert langfristig auf dauerhafte Feuchtigkeit und Wärme – in einem feuchten Keller oder ungelüfteten Raum kann die Oberfläche nach Jahren klebrig werden. Im normal beheizten Wohnraum spielt das keine Rolle.
  • Es atmet weniger als Leder. Besser als PVC, aber echtes Leder bleibt in diesem Punkt vorn. Auf einer grossen Sitzfläche, auf der man Stunden verbringt, merkt man den Unterschied.
  • Reparieren geht kaum. Ein Schnitt oder eine tiefe Kratzspur lässt sich nicht wie bei Leder einfärben und ausgleichen. Dafür kostet der Neubezug einen Bruchteil.
  • Krallen. Eine Katzenkralle hinterlässt sichtbare Spuren. Die glatte Oberfläche bietet zwar nichts zum Einhaken – anders als Bouclé – aber Kratzer bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Leder und Kunstleder?

Echtes Leder ist eine gegerbte Tierhaut mit gewachsener Struktur: jede Haut ist anders, hat Narben und Poren und entwickelt mit den Jahren Patina. Kunstleder ist ein Textilträger mit aufgetragener Kunststoffschicht, in die die Narbung geprägt wird – dadurch ist es gleichmässig, in beliebiger Länge verfügbar und in Farben, die es in der Natur nicht gibt.

Echtes LederKunstleder (PU)
Optikjede Haut anders, Patinagleichmässig, keine Fehlstellen
ZuschnittHautform, viel VerschnittBahnware, kaum Verschnitt
Pflegeregelmässig fettenfeucht abwischen
Preisein Vielfachesje Meter kalkulierbar
Herkunfttierischvegan

Ist Kunstleder veganes Leder?

Ja, was die Herkunft betrifft: es kommt kein tierisches Material vor. Aber ein Hinweis zur Ehrlichkeit, weil die Begriffe oft vermischt werden – vegan heisst nicht ökologisch. Polyurethan ist ein Kunststoff auf Erdölbasis. Es ist tierfrei, langlebig und pflegeleicht, und das sind gute Gründe. Ein Naturprodukt ist es nicht, und wir verkaufen es auch nicht als solches. Wer ein pflanzliches Material sucht, ist bei Leinen oder Baumwolle besser aufgehoben als bei jedem Lederimitat.

Wie näht man Kunstleder?

Anders als Stoff, und mit ein paar Regeln geht es problemlos mit der Haushaltsmaschine:

  • Ledernadel (Stärke 90 bis 100). Sie hat eine Schneidspitze statt einer Rundspitze und trennt das Material, statt es zu verdrängen.
  • Nicht stecken. Jeder Nadelstich bleibt für immer sichtbar – Kunstleder schliesst sich nicht wieder. Nahtzugaben mit Klammern oder Klebeband in der Nahtzugabe fixieren.
  • Stichlänge 3,5 bis 4 mm. Zu dichte Stiche perforieren das Material wie eine Briefmarke, und genau dort reisst es später.
  • Obertransportfuss oder Teflonfuss. Ein normaler Nähfuss bleibt auf der glatten Oberfläche kleben und schiebt die Lage vor sich her.
  • Nicht bügeln. Nähte flach klopfen oder mit dem Falzbein andrücken. Direkte Hitze schmilzt die Oberfläche.

Weich und glatt oder schwer und genarbt?

Weich, glattSchwer, genarbt
Breite143 cm140 cm
Gewichtleichter, geschmeidig490 g/m²
Oberflächefein, gleichmässigkräftige Narbung
Farben2012
Stärkelegt sich um Rundungensteht für sich, kaschiert mehr
Passt fürSitzflächen, Rundungen, AutositzeKopfteile, Bänke, Theken, Objektbereich

Beide Qualitäten liegen bei 100.000 Scheuertouren. Zur Einordnung: ab 30.000 gilt ein Bezug als wohntauglich, ab 50.000 als objekttauglich.

Technische Daten

Material100 % Polyurethan, ohne Weichmacher
Scheuerfestigkeit100.000 Touren (Martindale)
Bahnbreite143 cm (weich) / 140 cm (genarbt)
Flächengewicht490 g/m² (genarbt)
Pflegefeucht abwischen, keine Lösungsmittel
Verkaufseinheitlaufender Meter

Zur Pflege ein Wort, weil hier die meisten Schäden entstehen: keine Lösungsmittel, kein Alkohol, keine Scheuermilch. Ein feuchtes Tuch und mildes Spülmittel genügen. Aggressive Reiniger lösen die Oberflächenschicht an, und dieser Schaden ist nicht rückgängig zu machen.

Wann ist PVC die richtige Wahl?

Oben steht, warum wir für Wohnmöbel Polyurethan bevorzugen. Es gibt aber zwei Dinge, die PVC kann und PU nicht – und wer sie braucht, ist mit einer lackierten PVC-Qualität besser bedient:

  • Hochglanz und Metallic. Gold- und Silbertöne mit echtem Glanz entstehen durch eine aufgetragene Lackschicht. In matt gehaltenem PU sind sie nicht darstellbar.
  • Verschüttetes bleibt oben. Der Lack schliesst die Poren der Oberfläche, sodass Getränke nicht einziehen, sondern abgewischt werden können. Das ist der Grund, warum diese Qualität für Gastronomie, Bars und Clubs entwickelt wurde – dort landet regelmässig etwas auf dem Bezug.

Der Preis dafür ist der bekannte: PVC enthält Weichmacher, und über die Jahre wandern sie aus. Der Lack ist dabei eine Opferschicht – er schützt das Material darunter, nimmt aber selbst Schaden. Aggressive Getränke und Lösungsmittel greifen ihn an, und ist der Lack einmal stumpf, lässt er sich nicht erneuern. Für ein Sofa, das fünfzehn Jahre stehen soll, ist PU die vernünftigere Wahl; für eine Bartheke, die alle fünf Jahre ohnehin neu bezogen wird, ist lackiertes PVC genau richtig.

Wir schreiben bei jedem Artikel dazu, woraus er besteht – PU oder PVC mit Lack. Sie sollen die Wahl treffen können, nicht raten müssen.

Gestepptes Kunstleder

Fertig gesteppte Ware im Raster 5 × 5 cm, mit Polsterwatte und Vlies hinterlegt. Das ist weniger ein Stoff als ein fertiges Polsterelement: die Steppung bringt das Volumen schon mit, Sie brauchen darunter keinen Schaumstoff mehr aufzubauen.

Gedacht für Kopfteile, Bartresen, Wandpaneele und Sitzbänke – überall dort, wo die Chesterfield-Optik gewünscht ist, ohne dass jeder Knopf einzeln gesetzt werden muss. Beim Zuschnitt auf das Rastermass achten: die Steppung soll an Kanten und Ecken symmetrisch auslaufen, sonst sieht man den Versatz sofort.

Wie viel Meter brauchen Sie?

Bei 140 bis 143 cm Bahnbreite: Stuhlsitz 0,5 m, Stuhl komplett mit Lehne 1 bis 1,5 m, Sessel 3 bis 4 m, Zweisitzer 6 bis 8 m, Kopfteil 160 cm rund 2 m. Kunstleder hat keine Florrichtung, die Teile lassen sich also frei verschachteln – 10 Prozent Verschnitt reichen. Passenden Unterbau finden Sie unter Schaumstoff Meterware, das übrige Sortiment unter Polsterstoffe.

1–16 von 49 Ergebnissen werden angezeigt

Load More