Wildleder – Was ist das und wo wird es eingesetzt?
Wildleder ist eine der ältesten und edelsten Tierhautarten. Im Vergleich zu anderen Lederstoffen zeichnet es sich durch das Fehlen einer Spaltlederschicht aus und besitzt eine besonders weiche, samtige Oberfläche. Aufgrund seiner angenehmen Haptik und atmungsaktiven Struktur findet Wildleder breite Anwendung in der Möbelpolsterei sowie in der Textil- und Schuhindustrie.
Es gibt außerdem künstliches Wildleder, das optisch und haptisch eine hervorragende Wildlederimitat darstellt.
Aus diesem Beitrag erfahren Sie:
- Wie Wildleder hergestellt wird – von der traditionellen Sämischgerbung bis zur modernen industriellen Verarbeitung.
- Welche Wildlederarten es gibt, inklusive Unterschiede zwischen Natur- und Kunstwildleder.
- Die wichtigsten Eigenschaften von Wildleder – Weichheit, Flexibilität, Farbaufnahme und Mattheit.
- Beliebte Farben und Einsatzmöglichkeiten in Möbeln, Mode und Accessoires.
- Praktische Hinweise zur Reinigung und Pflege von Naturwildleder.
- Vor- und Nachteile von Wildlederimitat im Vergleich zum Naturprodukt.
Dieser Beitrag gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über das Material, seine Vielseitigkeit und die wichtigsten Pflegetipps, damit Wildleder lange schön und edel bleibt.
Was ist Wildleder?
Wildleder, auch als Rauleder oder Sämischleder bezeichnet, ist eine besondere Form von Leder, die durch eine charakteristische, samtige Oberfläche erkennbar ist. Es wird aus der Innenseite der Tierhaut gewonnen, wobei die oberste, glatte Narbenschicht entfernt wird. Dadurch entsteht eine weiche, faserige Struktur, die dem Material seinen typischen, matt anmutenden Look verleiht.
Im Gegensatz zu klassischem Glattleder besitzt Wildleder eine offenere Porenstruktur, was es atmungsaktiv und angenehm im Griff macht. Trotz der Bezeichnung „Wildleder“ stammt es heute nicht ausschließlich von Wildtieren – häufig werden auch Häute von Rindern, Ziegen oder Schweinen verarbeitet, sofern sie sich für diese Art der Bearbeitung eignen.

Rauleder und seine Eigenschaften
Wildleder besitzt eine Reihe hervorragender Eigenschaften, die es sowohl im Möbelbereich als auch in der Bekleidungsindustrie besonders geschätzt machen. Die Bezeichnung dieses Polsterstoffes stammt vom deutschen Wort Sämisch, das auf die traditionelle Gerbmethode verweist. Im Gegensatz zu glattem Leder wird Wildleder aus der Rückseite der Tierhaut gewonnen und zeichnet sich durch relativ lange, offen liegende Fasern aus. Dadurch entsteht seine für Rauleder typische, leicht samtige Oberfläche mit einem weichen, warmen Flaum.
Natürliches Wildleder ist atmungsaktiv, elastisch und gleichzeitig strapazierfähig. Es nimmt Feuchtigkeit gut auf, bleibt jedoch angenehm trocken im Griff. Die charakteristische Faserstruktur sorgt auch dafür, dass das Material besonders weich und flexibel ist, was den Trage- und Sitzkomfort deutlich erhöht. Zusätzlich verleiht die matte, leicht schattierende Optik jedem Produkt einen natürlichen, eleganten Look, der sich im Laufe der Zeit durch Patina weiterentwickelt und noch hochwertiger wirkt. Lesen Sie auch unseren Beitrag über das Kunstleder.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Haptik | Sehr weich, samtig, angenehmer Flaum |
| Atmungsaktivität | Hohe Luftdurchlässigkeit dank offener Faserstruktur |
| Optische Merkmale | Matt, warm, natürlich, leichte Strukturvariationen |
| Flexibilität | Elastisch, passt sich gut an Formen an |
| Robustheit | Widerstandsfähig gegen Abrieb, wenn gut gepflegt |
| Feuchtigkeitsempfindlich | Reagiert auf Wasser, kann Flecken aufnehmen |
| Pflegebedarf | Regelmäßiges Bürsten, Imprägnieren empfohlen |
| Farbstabilität | Gute Farbaufnahme, aber empfindlich gegen starke Verschmutzung |
| Typischer Einsatz | Polstermöbel, Schuhe, Jacken, Accessoires |
Wildleder – Vor- und Nachteile
Wildleder ist ein edles und vielseitiges Material, das durch seine weiche, samtige Oberfläche und den natürlichen, matten Look überzeugt. Zu den größten Vorteilen zählen die angenehme Haptik, die Atmungsaktivität, die hohe Flexibilität und die Möglichkeit, natürliche Farbnuancen besonders schön zur Geltung zu bringen. Wildleder verleiht Möbeln, Kleidung und Accessoires einen luxuriösen, eleganten Charakter und entwickelt im Laufe der Zeit eine schöne Patina.
Auf der anderen Seite ist Wildleder empfindlicher als Glattleder. Es reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit, Schmutz und Flecken, kann bei unsachgemäßer Pflege seine Form verlieren und erfordert regelmäßige Reinigung sowie Imprägnierung. Auch der Preis ist meist höher als bei synthetischen Alternativen oder Kunstwildleder.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt Wildleder aufgrund seines unverwechselbaren Looks, seiner Weichheit und seines Komforts eine beliebte Wahl für hochwertige Produkte.
Beliebteste Farben von Wildleder
Wildleder ist in einer breiten Farbpalette erhältlich, die seine natürliche Weichheit und matte Struktur besonders betont. Besonders beliebt sind Farben, die von der Natur inspiriert sind, aber auch kräftige Töne finden Verwendung. Die wichtigsten Farben im Überblick:
- Beige – ein klassischer, neutraler Ton, der Wärme ausstrahlt und sich leicht mit verschiedenen Einrichtungs- und Mode-Stilen kombinieren lässt.
- Camel – elegant und zeitlos, bringt Camel die weiche Textur von Wildleder besonders gut zur Geltung.
- Braun – variiert von hellen bis zu tiefen Schokoladentönen, ideal für natürliche, erdige Looks.
- Warm Ivory (warmes Elfenbein) – sanft und luxuriös, verleiht jedem Design eine subtile Helligkeit ohne Glanz.
- Dunkelgrün – ein ausdrucksstarker, moderner Farbton, der Tiefe und Frische in Möbel, Kleidung oder Accessoires bringt.
- Burgund – reich und elegant, perfekt für luxuriöse Akzente in Mode oder Inneneinrichtung.
- Marineblau – zeitlos und stilvoll, sorgt für ein ruhiges, edles Erscheinungsbild.
- Anthrazit – modern und vielseitig, passt besonders gut zu urbanen, minimalistischen Designs.
Dank seiner saugfähigen Faser nimmt Wildleder Farben besonders gut auf, wodurch sowohl zarte Pastelltöne als auch intensive, kräftige Farben entstehen können. Unabhängig vom Farbton verleiht die samtige Textur jeder Nuance Tiefe und eine subtile, luxuriöse Matte.

Wie entsteht Rauhleder? Wie wird Wildleder hergestellt?
Zur Herstellung von Wildleder verwendet man die Tierhaut, vor allem die Haut von Hirschen, Elchen, Ziegen, Schafen, Rehen und Rentieren. Natürliches Rauleder kann auf zwei verschiedene Weisen hergestellt werden.
Die erste Methode wird als traditionell bezeichnet und wird seit mehreren Jahrzehnten angewendet. Sie ist besonders arbeitsintensiv und basiert auf rein natürlichen Prozessen. In diesem Verfahren wird die rohe Tierhaut zunächst gründlich gereinigt, anschließend gegerbt – meist mit pflanzlichen Fetten oder tierischen Ölen – und danach gestreckt, getrocknet und mehrfach weichgerieben. Diese sogenannte Sämischgerbung verleiht dem Leder seine typisch weiche, atmungsaktive und leicht matte Oberfläche. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Naturprodukt mit hoher Flexibilität und einem charakteristischen, samtigen Griff.
Die zweite Methode ist die moderne industrielle Herstellung. Sie nutzt ebenfalls natürliche Tierhäute, jedoch werden Gerbstoffe, Fette und Farbstoffe kontrollierter und effizienter eingesetzt. Dabei kommen häufig mineralische oder synthetische Gerbmittel zum Einsatz, die den Gerbprozess verkürzen und gleichzeitig die Strapazierfähigkeit erhöhen. Anschließend wird die Unterseite der Haut geschliffen, um die typische faserige, veloursartige Struktur zu erzeugen. Diese Vorgehensweise sorgt für eine gleichmäßige Optik, reproduzierbare Qualität und bessere Beständigkeit gegen Abnutzung.
Beide Methoden führen zu echtem Wildleder, unterscheiden sich jedoch im Aufwand, in der Umweltfreundlichkeit sowie in den finalen Materialeigenschaften.
Traditionelle sämische Gerbung (Sämischgerbung) – eine klassische Gerbmethode
Bei der traditionellen Sämischgerbung wird die Rohhaut zunächst gründlich gereinigt, von Fett, Blut und Haaren befreit und die Rückseite entfleischt, damit sie die Gerbstoffe optimal aufnehmen kann. Anschließend wird die Haut in Fischtran oder tierischem Fett eingeweicht, das beim Erwärmen oxidiert und als natürlicher Gerbstoff wirkt. Während des Trocknens wird die Haut mehrfach gezogen, geknetet und gestreckt, um ihre charakteristische Weichheit und Flexibilität zu erreichen. Durch wiederholtes Nachfetten, intensives Walken und Strecken der Fasern entsteht der typische samtige Flor. Abschließend wird die Oberfläche leicht aufgeraut, sodass ein gleichmäßig weiches und atmungsaktives Wildleder entsteht.
Moderne Chrom- oder Aldehydgerbung
Bei der modernen, industriellen Gerbung wird die Tierhaut mit chemischen Gerbstoffen wie Chromsalzen oder synthetischen Stoffen behandelt, wodurch der Prozess deutlich schneller und standardisierter abläuft. Die Rückseite der Haut wird angeschliffen, um den charakteristischen samtigen Flor zu erzeugen, und die Oberseite gefärbt und imprägniert, um eine gleichmäßige Farbe, höhere Strapazierfähigkeit und Schutz vor Feuchtigkeit zu gewährleisten. Das so hergestellte Wildleder ist robust, farbbeständig und gut für Polstermöbel, Schuhe oder Accessoires geeignet, zeigt jedoch eine geringfügig geringere Atmungsaktivität und Weichheit im Vergleich zur traditionellen Sämischgerbung.
Vergleichstabelle – Sämischgerbung vs. Moderne Chromgerbung
| Kriterium | Traditionelle Sämischgerbung | Moderne Chromgerbung |
|---|---|---|
| Herstellungsdauer | sehr lang (Wochen bis Monate) | kurz (Stunden bis wenige Tage) |
| Verwendete Stoffe | natürliche Fette (z. B. Tran) | Chromsalze, synthetische Gerbstoffe |
| Kosten | hoch | niedrig bis mittel |
| Weichheit | außergewöhnlich weich und anschmiegsam | je nach Verfahren, meist weniger weich |
| Atmungsaktivität | sehr hoch | mittel |
| Reißfestigkeit | natürlich sehr robust | technisch stabil, aber weniger elastisch |
| Farbmöglichkeiten | natürliche Erdtöne, begrenzte Farben | große Farbauswahl möglich |
| Typische Verwendung | Premium-Wildleder, traditionelle Produkte | Massenproduktion, Bekleidung, Schuhe |
| Umweltaspekt | vergleichsweise umweltfreundlich | problematischer durch Chemikalien |
Welche Lederarten unterscheiden wir?
Wie wir bereits erwähnt haben, unterscheiden wir natürliches und künstliches Wildleder. Zu den natürlichen Wildlederstoffen gehört vor allem das Sämischleder, das als die beliebteste und hochwertigste Form gilt. Sämischleder ist eine durch Fettgerbung veredelte, besonders dünne und weiche Tierhaut – meist Schaffell, seltener Hirsch- oder Rehfell. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Atmungsaktivität, hohe Flexibilität und ein angenehm samtiges Griffgefühl aus.
Neben dem Sämischleder gibt es auch Veloursleder, das durch das Anschleifen der Fleischseite der Haut entsteht. Es ist etwas robuster und hat eine etwas gröbere Faserstruktur als Sämischleder, bleibt jedoch ebenso weich und charakteristisch matt.
Das künstliche Wildleder (Mikrofaser-Wildleder) wird dagegen aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Polyamid hergestellt. Optisch ähnelt es stark echtem Wildleder, ist jedoch pflegeleichter, gleichmäßiger in der Struktur und häufig günstiger. Moderne Mikrofaser-Varianten sind zudem sehr strapazierfähig und eignen sich gut für Möbelbezüge, Kleidung und Accessoires.

Wildes Leder und seine Anwendungsbereiche
Wildleder findet eine sehr breite Anwendung. Es eignet sich hervorragend für Polsterungen und verleiht Möbeln einen exklusiven, warmen Charakter. Sessel und Sofas aus Wildleder fühlen sich weich an und bringen viel Gemütlichkeit in den Wohnraum. Ebenso beliebt ist Wildleder in der Modeindustrie – für Schuhe, Jacken, Taschen oder Handschuhe, die nicht nur elegant aussehen, sondern sich auch besonders angenehm tragen. Auch in Accessoires wie Gürtel, Hüte oder Etuis kommt es häufig vor, da die matte, zarte Oberfläche einen natürlichen und zugleich edlen Look erzeugt.

Wildleder in Möbeln, Mode und Accessoires
Wildleder gehört zu den beliebtesten Naturmaterialien – weich, flexibel und angenehm warm im Griff. Durch seine matte, leicht angeraute Oberfläche wirkt es gleichzeitig edel und natürlich. Kein Wunder also, dass Wildleder in Möbeln, Mode und Accessoires vielseitig eingesetzt wird. In der Möbelwelt wird Wildleder vor allem für Sofas, Sessel, Poufs und Stühle verwendet. Es sorgt für eine gemütliche, warme Atmosphäre und verleiht jedem Interieur einen dezenten Luxus. Durch seine Atmungsaktivität fühlt sich Wildleder angenehm an – sowohl im Sommer als auch im Winter. Wichtig: Möbel aus Wildleder brauchen eine regelmäßige, aber schonende Pflege, um ihre Struktur und Farbe zu erhalten.
Ob Jacken, Westen, Röcke oder Stiefel – Wildleder ist ein zeitloser Klassiker der Modewelt. Es passt zu Casual-Looks ebenso wie zu eleganten Outfits und bietet hohen Tragekomfort. Kleidungsstücke aus Wildleder sind besonders beliebt in Naturfarben wie Beige, Braun oder Cognac, die den rustikalen Charakter betonen. Richtig gepflegt, bleibt Wildleder lange formstabil und schön.
Accessoires aus Wildleder – etwa Taschen, Portemonnaies, Gürtel, Rucksäcke oder Handschuhe – vereinen Robustheit mit stilvollem Design. Die samtige Oberfläche wirkt hochwertig und macht jedes Accessoire zum Hingucker. Besonders geschätzt sind Wildleder-Accessoires wegen ihrer Langlebigkeit und der angenehmen Haptik.
Reinigung und Pflege von Naturwildleder
Naturwildleder ist ein ziemlich anspruchsvolles Material in Bezug auf die Reinhaltung und Pflege. Am Anfang ist es empfehlenswert, die Naturwildleder mit einem Spezial Imprägnat für Naturleder zu sichern. Zur Reinigung von Wildleder darf man Wasser nicht verwenden, sonst kann man die Struktur des Stoffes beschädigen. Die Trockenbehandlung ist am besten. Staub und andere Verschmutzungen lassen sich sehr einfach mit einer Gummibürste entfernen. Flecken auf dem Material sollen möglichst schnell entfernt werden, damit die Flüssigkeit nicht tief in die Struktur eindringt. Zur Reinigung verwenden wir eine weiche Bürste und Spezialmittel zur Pflege dieses Polstermaterials.
Im nächsten Schritt trocknen wir den Stoff und dann imprägnieren. Wenn wir das Wildleder mit etwas Flettigem verschmutzen, können wir den Fleck mit dem Babypuder bedecken und ein paar Stunden einwirken lassen. Dann wieder bürsten. Die Hausmethode unserer Großmutter beruht auf der Reinigung des Wildleders mit der Brotrinde. In diesem Fall können wir jedoch kein Erfolg garantieren.
Man soll in Rücksicht nehmen, dass Naturwildleder ein spezifischer Stoff ist und dass man seine feine Struktur leicht beschädigen kann. Wenn Sie sich also einen mehr haltbaren Polsterstoff wünschen, dann wählen Sie eher künstliches Wildleder. Kunstwildleder ist insbesondere für Häuser empfohlen, wo Kleinkinder und Tiere leben. Künstlicher Stoff ist sehr beständig gegen Kratzen. Er ist auch leichter in der Pflege – es reicht nur ein feuchtes Tuch zur Reinigung.

Wildleder imprägnieren – Schutz und Pflege für langlebige Schönheit
Wildleder ist saugfähig und empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Schmutz. Eine Imprägnierung schützt das Material, ohne die samtige Struktur zu verändern.
Tipps:
- Vor dem Imprägnieren das Leder trocken und staubfrei bürsten.
- Spezielles Wildleder-Imprägnat gleichmäßig aufsprühen.
- Trocknen lassen und bei Bedarf leicht mit einer Bürste aufrauen.
Regelmäßige Imprägnierung erhält Farbe, Struktur und weichen Griff des Wildleders langfristig.
Wildlederimitat – künstliches Leder im Vergleich zu Naturwildleder
Wildlederimitat ist ein synthetisches Material, das optisch und haptisch echtem Wildleder sehr ähnlich ist. Es wird meist aus Polyester, Polyamid oder anderen Kunstfasern hergestellt. Die Oberfläche ist samtig und matt, wodurch der typische Wildleder-Look erzeugt wird. In der Tabelle sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen echtem Wildleder und Wildlederimitat.
| Merkmal | Naturwildleder | Wildlederimitat |
|---|---|---|
| Herkunft | Tierhaut (z. B. Rind, Hirsch) | Synthetische Fasern (Polyester, Polyamid) |
| Struktur | Natürliche, leicht unregelmäßige Fasern | Gleichmäßige, reproduzierbare Oberfläche |
| Farbgebung | Natürliche Farbnuancen, variiert je nach Haut | Gleichmäßige, oft intensivere Farben |
| Optik & Haptik | Samtig, weich, charakteristisch matt | Samtig, weich, sehr gleichmäßig |
| Nachhaltigkeit | Naturprodukt, Tierhaut benötigt | Kein Tierleder, aber industrielle Herstellung |
| Preis | Höher, Premiumprodukt | Günstiger, leicht verfügbar |
| Anwendung | Möbel, Mode, Accessoires | Möbel, Mode, Accessoires, besonders bei hoher Beanspruchung |
Fazit – Wildleder im Überblick
Wildleder ist ein hochwertiges, samtiges Leder mit weicher, atmungsaktiver Oberfläche, das in Möbeln, Mode und Accessoires vielseitig eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch seine natürliche Farbaufnahme, die samtige Haptik und den eleganten, matten Look aus.
Die Pflege von Wildleder erfordert Aufmerksamkeit – regelmäßiges Bürsten und Imprägnieren schützen Material und Farbe. Naturwildleder bleibt so lange weich, flexibel und optisch ansprechend. Als Alternative steht Wildlederimitat zur Verfügung, das den charakteristischen Look von Wildleder bietet, dabei aber gleichmäßiger, pflegeleichter und oft günstiger ist.

FAQ Häufig gestellte Fragen zum Wildleder
Leder wird aus der Oberseite der Tierhaut gewonnen und ist glatt, während Wildleder aus der Innenseite stammt und eine samtige, matte Oberfläche hat.
Ja, Wildleder ist echtes Leder. Es stammt von der Innenseite der Tierhaut, meist von Rindern, Ziegen, Schafen oder Wildtieren. Durch das Entfernen der oberen Narbenschicht entsteht die charakteristische samtige, matte Oberfläche, die Wildleder weich, flexibel und atmungsaktiv macht.
Veloursleder ist eine spezielle Form von Wildleder. Während Wildleder ein allgemeiner Begriff für Leder mit samtiger, faseriger Oberfläche aus der Innenseite der Tierhaut ist, entsteht Veloursleder durch das Schleifen der Fleischseite der Haut. Dadurch wird es etwas robuster und die Faserstruktur gleichmäßiger, bleibt aber weich, matt und samtig. Kurz gesagt: Veloursleder ist eine Unterart von Wildleder mit ähnlicher Optik, jedoch etwas widerstandsfähiger.
Ja, Wildleder wird oft auch als Rauleder bezeichnet. Der Begriff „Rauleder“ beschreibt Leder mit einer offenen, faserigen Oberfläche, die nicht glatt wie Narbenleder ist. Wildleder entsteht aus der Innenseite der Tierhaut, wodurch die charakteristische samtige, matte Struktur entsteht, die es weich, flexibel und atmungsaktiv macht.
Wildleder darf nicht nass werden, weil die offene, faserige Struktur sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Wasser kann die Fasern verklumpen lassen, die samtige Oberfläche aufrauen und Flecken oder Wasserflecken hinterlassen. Außerdem kann Nässe die Form und Weichheit des Wildleders dauerhaft beeinträchtigen, sodass es hart oder ungleichmäßig wird.
Wildleder sollte bei Regen möglichst nicht getragen werden, da die offenen Fasern Wasser aufnehmen und Flecken, Verfärbungen oder Verformungen entstehen können. Wenn Sie Wildleder doch bei Nässe tragen, empfiehlt es sich, das Material vorher mit einem speziellen Imprägnierspray zu schützen und anschließend vorsichtig an der Luft trocknen zu lassen.
Nein, Wildleder sollte nicht eingefettet werden. Im Gegensatz zu Glattleder würde Fett die offenen Fasern verkleben, die samtige Oberfläche verändern und Flecken verursachen. Wildleder wird stattdessen durch Imprägnieren geschützt, wodurch Wasser und Schmutz abgehalten werden, ohne die weiche, matte Struktur zu beeinträchtigen.
Wildleder wird wieder weich, indem man es vorsichtig bürstet und gegebenenfalls leicht aufrauen lässt, um die Fasern zu lockern. Nach der Reinigung und Trocknung kann ein spezielles Imprägnier- oder Pflegespray aufgetragen werden, das die Fasern schützt und die samtige Struktur unterstützt, ohne sie zu verkleben.
Ja, für leichte Verschmutzungen eignet sich spezielles Trockenshampoo oder Wildleder-Reinigungspulver. Das Pulver auf die verschmutzte Stelle auftragen, kurz einwirken lassen und anschließend vorsichtig mit einer Wildlederbürste entfernen. Wasser sollte dabei vermieden werden, um die samtige Oberfläche nicht zu beschädigen.